ViBe - Virtueller Begleiter

Mobilitätsunterstützung im öffentlichen Nahverkehr 

Barrierefreies Routing von Tür zu Tür durch Erhebung und Berücksichtigung wegebezogener Daten
Erhalt und Steigerung von Altersmobilität durch virtuelles Assistenzsystem

Im Zuge des demografischen Wandels wachsen die Anforderungen an die möglichst barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes. Auf diese Entwicklung reagierte das BMBF mit der Bereitstellung eines Forschungsrahmenprogramms namens „IKT 2020 – Forschung für Innovationen“.

Das VIBE-Projekt ist ein Teil dieses Forschungsrahmenprogramms, zur Förderung der Altersmobilität. Wesentliche Grundlagen für Innovationen auf den Anwendungsfeldern sind anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse im Bereich der Basistechnologien Elektronik und Mikrosysteme, Softwaresysteme und Wissensverarbeitung, sowie Kommunikationstechnik und Netze. Die IKT Förderung wird entlang der folgenden strategischen Forschungslinien ausgerichtet: „IKT in komplexen Systemen“ (z.B. „Embedded Systems“), „neue Geschäftsprozesse und Produktionsverfahren“ sowie „Internet der Dinge und Dienste“. Ziel des VIBE-Projektes war die Entwicklung und Erprobung einer Assistenz für ältere Menschen zur Steigerung ihrer Mobilität in einem großstädtischen Umfeld unter Berücksichtigung einer intermodalen Wegführung, auch mit dem funktionellen Schwerpunkt einer Unterstützung bei der (Teil-)Nutzung des ÖPNV. Im Projekt konnte der Nachweis geführt werden, dass ein barrierefreies Routing in Verbindung mit einem „virtuellen“ Begleiter das Mobilitätsverhalten älterer Menschen sinnvoll unterstützen kann.

Im Rahmen des Projektes erfolgte die Entwicklung eines Netzwerkeditors zur Erfassung realer geobasierter Merkmale in Umsteigebauwerken des ÖPNV. Das von VIOM entwickelte Software-Tool dient der Erstellung eines routingfähigen Netzwerkes für ein „Pedestrian Walking“. Durch die Möglichkeit komplett individualisierter Nutzung, wurde im VIBE Projekt gewährleistet, dass jeder Nutzer gemäß des ihm zugeordneten Nutzerprofils angeleitet und über Fußwege und ÖPNV-Nutzung an sein Ziel geführt wird. Unterschiedliche Schrittgeschwindigkeiten oder maximal zumutbare Fußwegstreckenabschnitte können hinterlegt werden, sodass der Nutzer ein zeitlich exakt abgestimmtes Routingergebnis erwarten kann.

Die Möglichkeit zur Eingabe von individuellen POIs (Points of Interest) erleichtert die Orientierung des Nutzers zusätzlich. Potenzielle Einsatzgebiete der entwickelten Technologien ergeben sich für Serviceanbieter, professionelle Unterstützungsdienste, ebenso wie für Seniorenstifte, Angehörige im privaten Umfeld oder auch Nachbarschaftsinitiativen.

Konkret stellte VIOM das nötige Geo-Basissystem (dynamisches, intermodales und automatisiertes Routingsystem), sowie ein leistungsfähiges Serversystem mit den zugehörigen Services (Adresssuchen, Umkreissuchen, ETA-Service) um die Dateninhalte (Karten, Störungsmeldungen und Mobilitätsdaten für Ältere und Menschen mit eingeschränkter Mobilität) zu verarbeiten. Weitere Gewichtung wurde auf die Bestandserweiterung der Gebäudedaten durch die Erfassung und exakte Verortung von Treppen, Fahrstühlen, Rolltreppen, Rampen und Stufen gelegt.

Zur Erfassung von Gebäudedaten wurde im Rahmen des Projektes von VIOM zusätzlich ein Netzwerk-Editor entwickelt, um ein Routing zu ermöglichen, das auch die baulichen Gegebenheiten in Umsteigebauwerken des ÖPNV mit einbezieht. So können serverbasierte Routingprozesse durchgeführt werden, die auf den realen geobasierten Merkmalen beruhen.

 Die Nutzerzielgruppe bleibt nicht auf ältere Menschen beschränkt, ein barrierefreies Routen kommt allen Menschen entgegen. Im Städtetourismus könnte das ViBe Assistenzsystem ebenso eingesetzt werden um ortsunkundige Gäste ganz nach ihren selbstgewählten Zielen – in gegebenenfalls geclusterten Kategorien – durch die Stadt und ihr zuweilen verwirrendes ÖPNV-System zu leiten.