Muli

Reduzierung von CO2-Emissionen

Emissionsreduzierung im innerstädtischen Warenwirtschaftsverkehr
Energieeffizienzsteigerung durch dynamische Tourenplanung

Das Forschungsrahmenprogramm zum MuLi-Projekt ist Horizon 2020, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Projekt selbst forcierte die Entwicklung einer Telematiklösung zur streckenoptimalen Reduzierung von Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen, der Identifikation von Einflussgrößen zur Bewertung von Emissionen/ Betriebsdaten im Lieferverkehr unter Einbeziehung einer Prozessanalyse, der Abteilung von Nachhaltigkeitskennzahlen für eine künftige Zertifizierung (Product Carbon Footprint – PCF).

VIOM arbeitete in diesem Projekt an der Entwicklung und Bereitstellung einer kostengünstigen Telematiklösung zur streckenoptionalen und damit energieeffizienten, emissionsarmen Tourenplanung mit verkehrslageabhängigem Fahrzeugrouting. Im Fokus stand die Reduzierung von Verbrauchs- und Einsatzzeitkosten durch Sequenzoptimierung unter Einbezug dynamischer Verkehrslagedaten bei gleichzeitiger Ermittlung der CO2-Bilanz eines Einzelfahrzeugs, mit Zertifikat, zur umfassenden Fuhrparkanalyse. Weitere Aspekte umfassten die Durchführung von Tourenbewertungen durch Identifikation von Beziehungen quantitativer Faktoren wie Dauer und Wegstrecke in Bezug zu qualitativen Faktoren wie Pünktlichkeit oder CO2-Emissionen je Wegstrecke und Gewicht und eine ganzheitliche Korrelation von Verkehrsdaten verschiedener Datenlieferanten in hoher Datendichte zur Ermittlung dynamischer Prognosedaten in Echtzeit mit dem System VIOS.

In Ballungsgebieten ist der Warenwirtschaftsverkehr für einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich. Alle Möglichkeiten zur systematischen Reduzierung des CO2-Ausstoßes sollten daher ausgenutzt werden. Ziel des Projektes war der Nachweis, dass durch die Verwendung intelligenter Verkehrslageinformationen und entsprechender Prognosen sowie den Einsatz einer streckenoptimalen und damit energieeffizienten Tourenplanung die durch den Lieferverkehr verursachte Umweltbelastung in Ballungsgebieten minimiert werden kann.

Über die Möglichkeit, fahrzeugspezifische Emissionsdaten zu erheben und als messwertbasierte Kennzahlen in die Fuhrparkanalyse aufzunehmen, konnte erstmals die zertifizierbare CO2-Bilanz eines Einzelfahrzeugs als Grundlage für Wirtschaftlichkeitsbewertungen eingesetzt werden. Dadurch entfällt das Ausweichen auf weniger aussagekräftige Durchschnittswerte und Näherungszahlen.

Dynamische Tourenplanung:

Für den Bereich der innerstädtischen Transporte konnte nachgewiesen werden, dass über den erreichten Effizienz- und Qualitätszuwachs durch Sequenzoptimierung bei gleichzeitiger Berücksichtigung aktueller Verkehrslagedaten eine Reduzierung der Verbrauchskosten um mindestens 4% und 10,5% der Einsatzzeitkosten erzielt werden können. Voraussetzungen hierfür sind eine detaillierte Prozessanalyse sowie die Ausstattung der Fahrzeuge mit Telematik-Hardware.